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01.10.2001 - Inszenierte Katastrophe motivierte zu vollem Einsatz
Herbstübung der Jugendwehren stellte die Chefs der Berufsfeuerwehr zufrieden / Acht neue Wagen für die Freiwilligen

Aus: Frankfurter Rundschau

Frankfurt a. M. Dichter Qualm lag über dem Bonameser Flugplatzgelände, rote Autos rasten mit heulenden Sirenen über den Platz, junge Leute sprangen aus den großen Feuerwehrautos, Kommandos hallten über den Platz. "Ein Gewirr von Schläuchen. Junge Menschen in dunklen Schutzanzügen wieseln im Blaulichtgewitter übers Gelände", schilderte ein Augenzeuge das Szenario, das an einen Katastrophenfilm erinnerte.

Doch das vermeintliche Chaos auf dem ehemaligen Gelände der US-Armee war eine wohl durchdachte Übung. Genauer gesagt "die Herbstabschlussübung der Frankfurter Jugendfeuerwehren", wie Thomas Kopp, der stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwart berichte. Er und seine Kollegen Jürgen Bingkowski aus Nieder-Eschbach und Wolfgang Möller aus Ginnheim hatten die "Katastrophe" inszeniert und leiteten jetzt den Einsatz - unter den strengen Augen des Frankfurter Branddirektors Reinhard Ries und des Stadtbrandinspektors Bernd Reuß. Auch einige Kommunalpolitiker waren unter den Zuschauern.

Bei der Großübung, an der sich 24 der 27 Frankfurter Jugendwehren, eine Gruppe des Technischen Hilfswerks (THW) und die Rettungswache Bergen-Enkheim beteiligen, sollten der Leistungsstand und das Zusammenwirken mehrerer Gruppen unter realistischen Bedingungen getestet werden.

Angenommen wurde eine Massenkarambolage mit Personenschäden und Bränden. "Ein breites Spektrum der möglichen Feuerwehreinsätze", erklärte Stadtjugenfeuerwehrwart Stefan Cornel. Erfreulich sei die hohe Beteiligung. "Vielleicht machen im nächsten Jahr die restlichen drei auch noch mit", sagte Cornel. "Sehr zufrieden können die Stadtteilwehren mit ihrem Nachwuchs sein", bestätigten Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Politiker. "Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung die jungen Leute bei der Sache sind", bemerkte Joachim Kreuzer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Hessen. "Ihr seht einen glücklichen Chef", sagte Branddirektor Reinhard Ries. Bei der Übergabe von acht neuen Mannschaftstransportfahrzeugen - neunsitzige Mercedes Kleinbusse im Gesamtwert von 435 000 Mark - an die Wehren (die FR berichtete) sagte der für den Brandschutz zuständige Dezernent Nikolaus Burggraf (CDU), er sehe das "wertvolle Material, mit dem verantwortungsvoll umgegangen werden muss, in besten Händen." "Das habt ihr bei der Übung bewiesen." Fünf der acht Transporter gehen als Neuanschaffungen nach Harheim, Heddernheim, Niederursel, Sachsenhausen und Schwanheim. Diese Wehren hatten bisher noch keine Mannschaftsbusse.

Die anderen drei Wagen ersetzen überalterte Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren Eschersheim, Niederrad und Unterliederbach. Zwei Betreuunsfahrzeuge im Gesamtwert von 75 000 Mark übergab Burggraf an das Deutsche Rote Kreuz und an die Johanniter Unfallhilfe. Bestens gerüstet zeigte sich der Nachwuchs der Wehren für den Katastrophenfall. Nur bei der eigenen Verpflegung gab es Schwierigkeiten. Mit knurrenden Mägen standen sie nach der Übung in einer langen Schlange vor einem hoffnungslos überforderten Grillmeister.

"Im nächsten Jahr wird das anders", versprach Joachim Kreuzer, Landeskatastrophenschutzbeauftragter des DRK für Hessen. "Wir übernehmen die Verpflegung!" Ein kräftiger Applaus der Nachwuchs-Retter war ihm sicher.

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